Filmgeschichte

Danny Elfman: Eine musikalische Handschrift ist keine Formel

Elfman unterscheidet drei Kompositionsprozesse und beschreibt große Kontraste bei seinen Filmaufträgen. Seine Aussagen helfen, eine wiedererkennbare Handschrift von der Vorstellung zu trennen, alle seine Filmmusiken klängen gleich.

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Eine wiedererkennbare musikalische Handschrift beweist für sich genommen nicht, dass ein Komponist in jedem Film dieselbe Formel verwendet. Danny Elfman hat erklärt, dass das Komponieren für Film, klassische Musik und Rock jeweils unterschiedliche Prozesse erfordert. Außerdem hat er die Kontraste zwischen seinen Filmaufträgen beschrieben: vom Großangelegten und Actionreichen bis zum Kleinen und Zarten, vom Exzentrischen bis zum Romantischen. Diese Vielfalt stellt die Vorstellung eines einzigen Rezepts infrage. Um jedoch festzustellen, welche musikalischen Mittel wiederkehren, braucht es konkrete Partituren und vergleichbare Passagen.

Was eine eigene musikalische Handschrift bedeutet

Der Ausdruck „musikalische Handschrift“ kann eine Identität bezeichnen, durch die sich verschiedene Werke miteinander in Beziehung setzen lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie dieselben Motive, Klangfarben oder Orchestrierungen teilen oder dass solche Mittel stets dieselbe dramaturgische Funktion erfüllen. Um zu behaupten, ein Merkmal kehre wieder, müsste man die betreffenden Filme und Passagen benennen. Ohne konkrete Beispiele bleibt die Ähnlichkeit eine Hypothese und ist keine Schlussfolgerung über die Partituren.

Drei Prozesse und Kontraste in der Filmmusik

Elfman hat seine Arbeitsprozesse beim Komponieren für Film, klassische Musik und Rock als unterschiedlich beschrieben. Für Filmmusik, sagte er, versuche er, sich seiner ersten Sichtung eines Films möglichst unvoreingenommen zu nähern. Bei klassischer Musik beginne er dagegen bei null und habe kein Bild, das ihn leite. Zu seinen Filmaufträgen sagte er, er suche nach Extremen: vom Großangelegten und Actionreichen bis zum Kleinen und Zarten, vom Exzentrischen bis zum Romantischen. Das sind Aussagen des Komponisten über seine Arbeitsweise und Erfahrung, keine Analyse jeder einzelnen Partitur. Sie liefern aber einen konkreten Grund, sein Filmschaffen nicht auf ein einziges Rezept zu reduzieren.

Die Verbindung zu Tim Burton und die Gefahr der Festlegung

Elfman hat erzählt, dass seine enge Verbindung zu Tim Burton es ihm zeitweise erschwerte, für Dramen oder ernsthafte Filme engagiert zu werden: Er hatte den Eindruck, man verbinde ihn mit seltsamen und exzentrischen Filmen. Diese Erfahrung zeigt, wie ein Ruf einen Komponisten in der Branche auf ein bestimmtes Rollenbild festlegen kann. Sie beweist weder, dass seine Musik stets dieselben Entscheidungen wiederholt, noch dass ein Etikett unterschiedliche Werke vollständig beschreibt.

Was nötig ist, um Wiederholungen nachzuweisen

Ein aussagekräftiger musikalischer Vergleich muss benennen, welche Filme und Passagen einander gegenübergestellt werden. Anschließend lassen sich beschreibbare Elemente – etwa ein Motiv, eine Klangfarbe oder eine Entscheidung bei der Orchestrierung – von der Interpretation ihrer Funktion in der Szene unterscheiden. Außerdem muss klar sein, welche Fassung untersucht wird: Die Musik im Film muss nicht in allen Einzelheiten mit einer veröffentlichten oder zu Werbezwecken herausgegebenen Aufnahme übereinstimmen. Elfmans Aussagen erlauben es, über seine Arbeitsprozesse und die von ihm angestrebte Vielfalt zu sprechen. Sie reichen aber nicht aus, um hörbare Wiederholungen zwischen Filmtiteln festzustellen.

Handschrift und Formel sind nicht dasselbe

Elfman zufolge arbeitet er je nach Medium mit unterschiedlichen Prozessen und sucht bei seinen Filmaufträgen nach Kontrasten. Das stellt die Vorstellung infrage, eine wiedererkennbare Handschrift bedeute automatisch, dass ein Komponist immer wieder dieselbe Formel verwendet. Welche Mittel wiederkehren und wie sich ihre Funktion verändert, lässt sich nur durch den Vergleich konkret benannter Passagen bestimmen – nicht aus einem Ruf oder einer allgemeinen Aussage ableiten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine wiedererkennbare musikalische Handschrift beweist nicht, dass alle Partituren dieselbe Formel wiederholen.
  • Elfman beschreibt unterschiedliche Prozesse für Film, klassische Musik und Rock sowie große Kontraste zwischen seinen Filmaufträgen.
  • Um musikalische Wiederholungen festzustellen, müssen konkrete Filme und Passagen verglichen und die untersuchte Fassung benannt werden.

Verwendete Quellen und Filmografie

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    Colaboradores de Wikipedia · Danny Elfman · CC BY-SA 4.0
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